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Historie · 12. Mai 2026 · 4 Min.

Warum heißt sie eigentlich „Spinner-Brücke“?

Zwischen AVUS-Legende, Nachkriegs-Berlin und einem Namen, der bis heute Rätsel aufgibt – eine kurze Spurensuche.

Kaum ein Ort im Berliner Südwesten trägt einen Namen, über den so viel spekuliert wird wie die Spinner-Brücke. Die kleine Brücke am Kronprinzessinnenweg, direkt neben der AVUS, ist seit Jahrzehnten Treffpunkt für Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, Ausflügler und Sonntagsradler.

Die gängigste Erklärung: Wer in den 1920er- und 30er-Jahren mit hochfrisierten Maschinen an der AVUS unterwegs war, galt als „Spinner“. Genau hier, an der Brücke über die Rennstrecke, trafen sie sich zum Zuschauen, Fachsimpeln und Angeben. Der Spitzname für die Szene wurde zum Spitznamen für den Ort.

Andere Quellen verweisen auf die Textil- und Spinnerei-Industrie, die früher im Grunewald angesiedelt gewesen sein soll. Belegen lässt sich das kaum – die Motorsport-Erklärung passt besser zur AVUS-Nachbarschaft und zur Rolle, die die Brücke bis heute spielt.

Wir bei der Spinner-Brücke sehen uns als Erben genau dieser Tradition: ein Ort, an dem sich Menschen mit Benzin im Blut, Wandernde, Familien und Feiernde begegnen – und an dem der Name Programm ist.

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